Kreolen
Der Begriff Kreole wurde in der frühen Kolonialisierung Westafrikas, durch die portugiesische Krone, insbesondere auf den Kapverdischen Inseln und in Guinea-Bissau geprägt. Er leitet sich von dem portugiesischen „Crioulo“ und dem spanischen „Criollo“ ab und bezieht sich auf „criar“, was aufziehen, heranziehen bzw. züchten bedeutet. Crioulos oder Criollos waren dem nach also „Zöglinge“. Dennoch bezeichnen die beiden Begriffe verschiedene gesellschaftliche Realitäten. Kreolen sind die Nachfahren von ausgewanderten Eltern in der Zeit der Kolonialisierung.
Kreolen stellen 30% der Bevölkerung Belizes dar.
In Lateinamerika bedeutet der Begriff „Criollo“ folgendes:
- im Land geborene Nachfahren von spanischen (oder europäischen Eltern)
- in Amerika geborene Nachfahren von schwarzen Sklaven
- der in Lateinamerika geboren wurde und die jeweils landestypischen Charaktermerkmale trägt
Höhere Ämter in Verwaltung und Kirche waren in der Kolonialzeit meist im Heimatland geborenen Spaniern vorbehalten. Aus den in Amerika geborenen „Criollos“ entwickelte sich eine Mittelschicht, deren Einfluss sich zunehmend vergrößerte. Illegitime Kinder waren hingegen verarmt und mussten Handwerksberufe erlernen. Sie wurden oft als Verwalter von Landgütern der Spanier eingesetzt.
Im 18. und 19. Jahrhundert stellten die „Criollos“ in den meisten spanischen Kolonien die größte Bevölkerungsgruppe dar. Sie strebten nach Unabhängigkeit und führten Befreiungskämpfe an.
Das Adjektiv „criollo“ bezeichnet aber auch jene kulturellen Elemente, die unter europäischen und afrikanischen Einfluss in Amerika entstanden, wie z. B. die typische kreolische Musik, darunter Merengue, Salsa, Mambo, Milonga, oder die kreolische Küche.


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