Belize

Montag, 23. märz 2009 1 23 /03 /2009 00:29
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Belize


Belize ist ein Staat in Zentralamerika. Nördlich grenzt er an Mexiko, westlich an Guatemala und im Osten liegt die Karibik. Die ehemalige britische Kolonie hieß Britisch-Honduras. Seit 1981 feiern die Belizianer am 21. September den Unabhängigkeitstag. Belize gehört zu dem Commonwealth of Nations. Übrigens ist es das einzige Land Zentralamerikas, was nicht am Pazifik liegt.

 

Nach El Salvador ist Belize das zweitkleinste Land des Kontinents und außer der im Landesinnere Maya Mountains (Victoria Peek), 1.122 m hoch, ist es leicht hügelig bis eben.

Es befindet sich im Südosten der Halbinsel Yucatán.

Die Nordhälfte des Landes war einst Meeresgrund und ist deshalb eher eben. Mit dünnem Boden bedeckt, wachsen dort heute Busch und Hartholzwald. Die Regionen der Küste sind Mangroven und auf festerem Boden wachsen Tussock-Gras, Zypressen sowie Ahorn.

 

Zentral-Belize nennt man allerdings auch das Land der Savannen. Südwestlich von Belize City steigt das kleine Land auf 1.120 m über dem Meeresspiegel an. Hier liegen das Mountain Pine Ridge sowie die Maya Mountains. Die durch Niederschläge entstandenen Bäche speisen im Nordwesten den Macal River, der sich zusammen mit dem Mopan River zum Hauptfluß des Belize-River bildet.

Im Süden von Belize bahnen Flüsse ihren kurzen Weg zur Karibik, vorbei an Kliffs und Höhlen. Durch angereicherten Schlick, Ton und Sand hat sich über die Jahre der Küstengürtel angereichert. Hier wachsen angebaute Zitrusfrüchte sowie Bananen. Der jährliche Niederschlag sorgt für das Wachsen des Regenwaldes. Lianen, Farne, Palmen sowie tropische Harthölzer gedeihen hier.

 

Das belizianische Klima ist tropisch und die durchschnittliche Temperatur liegt bei ca. 26°C. Die Luftfeuchtigkeit ist durch die vorherrschenden Winde der Karibik leicht zu ertragen und ist zwischen den Monaten Juni und Oktober am höchsten, da in dieser Zeit der meiste Regen fällt.

Die regionalen Klimaunterschiede sorgen für verschiedene Lebensräume für Flora und Fauna. Um die 49 verschiedene Arten von Wäldern lassen sich hier klassifizieren. Die Höchsttemperaturen liegen bei 36°C und fallen selbst im Winter kaum unter 16°C. Auch nachts nicht.


Leider sind Naturkatastrophen wie Hurrikans zu beklagen. 1961 zerstörte der Hurricane Hattie die Hauptstadt Belize City, daraufhin wurde Belmopan zur Hauptstadt des Landes.

 

Belmopan wurde an den Ausläufern des Maya Mountains errichtet. Ihre Einwohner sind zumeist Beamte. Ein uraltes Maya-Motiv ziert die Fassade des Parlamentgebäudes auf dem Independence Hill.

 

 

Flora & Fauna

 

Die Artenvielfalt der Flora ist einzigartig. Es gibt über 1000 verschiedene Arten von Pflanzen, darunter allein über 200 Arten Orchideen und über 500 verschiedene Hölzer. Die Vegetation des Landes ist tropischer Regenwald, Kiefersavannen und Sumpfland und hat fast durchgehend eine von Mangroven bewachsene Küste. Ca. 50% der Gesamtfläche des Landes stehen unter Naturschutz.

 

Im Cockscomb Basin Wildlife Sanctuary ist heute noch der von den Mayas verehrte Jaguar zu finden. Außerdem hat Belize verschiedene Vogelarten, u. a. den beliebten und bunten Tukan. Weitere Tiere des Landes sind Flusskrokodile, Schlangen und Schmetterlinge.

 

Vor der Küste liegen zahlreiche Korallenriffe, Sandbänke und Atolle, wie z. B. das Lighthouse Reef und die Turneffe Inseln. Das vor Belize liegende Riff ist nach dem Great Barrier Reef zusammen mit seinen Cayes, das zweitgrößte Korallenriff der Welt. Das Barrierriff zieht sich die gesamte Küste entlang und ist somit der Protektor von Kleinriffen, Sandbänken und über 1000 Inseln, die sogenannten Cayes. Die meisten Cayes und die Küste bestehen aus Mangrovenwäldern.

 

Der Blue Hole National Park ist 25 km südöstlich von Belmopan zu finden. Er beheimatet eine riesige Anzahl von seltener Flora und Fauna. Weitere Naturschutzgebiete Belizes sind der Five Blues Lake National Park, der Guanacaste National Park, der Laughing Bird Caye National Park, das Rio Bravo Naturschutzgebiet und weitere.

 

Bevölkerungsgruppen

 

Der indigene Anteil der Bevölkerung Belizes liegt bei ca. 11%. Die größte Gruppe bilden die Mestizen, Mischlinge zwischen Weißen und Indigenas. 30% bilden Dunkelhäutige und Kreolen, deren Vorfahren über die Kleinen Antillen, als Sklaven und Saisonarbeiter ins Land kamen. Eine Besonderheit stellen die Karifs oder die schwarzen Kariben dar, hier mischten sich die Schwarzen mit der indigenen Bevölkerung. Der Rest der Bevölkerung sind eingewanderte Araber, Chinesen und Inder. Zu den kleinen weißen Gruppen zählen Nachkommen von Immigranten aus den USA und Großbritannien oder auch die deutschstämmigen Mennoniten aus Mexiko.

 

Die Bevölkerung teilt sich wie folgt auf:

 

44 % Mestizen

30 % Kreolen (überwiegend afrikanischer Herkunft)

11 % Indigenas (überwiegend Mayas)

7 % Garifuna

4 % Mennoniten (deutschstämmige plautdietsche)

2 % Inder

3 % andere

 

Religionen

 

Die Religionszugehörigkeiten sind wie folgt verteilt: Röm.-Katholisch sind ca. 50%, Anhänger der Pfingstbewegung 7,4 %, anglikanisch 5,3 %, Adventisten 5,2 %, mennonitisch 4,1 %, methodistisch 3,5 % und Zeugen Jehovas 1,5 %. Etwa 1 % der Bevölkerung sind Muslime. Weitere Religionszugehörigkeiten entsprechen 13 % und ohne Religionszugehörigkeit sind 9,4 %.

 

Sprachen

 

Folgende Sprachen werden auf Belize gesprochen: Englisch (Amtssprache), Englisch-Kreolisch, Spanisch, Garifuna, Maya-Sprachen und Plautdietsch.

 

Geschichte

 

Schon 2000 v. Chr. war das heutige Belize von Mayas besiedelt, deren Nachkommen heute noch im Land leben. Bedeutende archäologische Funde wurden in Cuello (Orange Walk District) gemacht. Während der sogenannten „klassischen Zeit“ der Maya-Zivilisation (etwa 250-900) entstanden kulturelle Zentren in Altun Ha, Xunantunich, Cahal Pech, Lamanai, Lubaantun, El Pilar und Caracol. Um das Jahr 900 war die Blütezeit der Maya beendet.

 

Im 16. Jahrhundert eroberten die Spanier das Land, das bis dahin überwiegend von Mayas bewohnt war. Viele von ihnen flohen ins Landesinnere, wo es wiederholt zu Kämpfen der ursprünglichen Einwohner und den europäischen Kolonialmächten (spanischen und später britischen) kam. Zwar war Belize für die Europäer wegen des Holzes interessant, jedoch aufgrund der widerständigen Einwohner und der Unwegsamkeit des Landes, konzentrierten sich die Europäer eher auf die Länder Mexiko und Honduras, da es dort Gold und Silber gab.

 

Allerdings wurden die Küsten von Belize ein geniales Rückzugsgebiet für britische Piraten, die von dort Raubzüge gegen die spanische Flotte unternahmen. 1670 unterzeichneten die Länder Spanien und Großbritannien einen Vertrag, der diese Raubzüge zum Erliegen brachte. Die Baymen, die ehemaligen Freibeuter, fanden ihre neue Einnahmequelle im Handel mit Tropenhölzern. Im Jahre 1763 erhielten sie von Spanien mit dem Vertrag von Paris die Erlaubnis in einem bestimmten Teil Belizes Holz zu gewinnen. Über 100 Jahre blieb dies die wichtigste Einnahmequelle der britischen Siedler. Mit der Waldarbeit kam auch die Sklaverei. Ab dem 18 Jahrhundert setzten die europäischen Siedler aus Afrika stammende Sklaven für diese harte Arbeit ein. Der Anteil der Sklaven an der Gesamtbevölkerung (ohne die Mayas) betrug bis 1790 einen Anteil von 75 %. 1833 wurde die Sklaverei aufgrund der industriellen Revolution im britischen Empire abgeschafft. Die Sklavenhalter erhielten für den Verlust ihres „Eigentums“ eine Entschädigung, jedoch erhielten die Sklaven selbst außer ihrer Freiheit nichts. Auch durften sie kein Land käuflich erwerben.

 

Mittelamerika war bis dahin unter dem Einfluss der Spanier, die jedoch den britischen Siedlern immer mehr Kontrolle zustanden. Am 10. September 1798 unterlagen die Spanier dann den Briten in der Schlacht von St. Georges Caye. Die Briten übernahmen die Herrschaft. 1862 wurde Belize dann zur britischen Kronkolonie British Honduras. Die Baymen, die unter der spanischen Herrschaft schon ein unabhängiges Leben führten, hielten das auch unter der britischen bei. Ab 1765 diente Barnaby’s Code als Grundgesetz bzw. Verfassung.

 

Zwischen den Jahren 1847 und 1901 fand auf der mexikanischen Yucatán-Halbinsel der sogenannte Kastenkrieg, zwischen den ursprünglichen Bewohnern, der Mayas, und der spanischen Oberschicht statt. Die britischen Einwohner von British-Honduras belieferten die Mayas mit Waffen, was eine neue Einnahmequelle darstellte. Das Land wurde zum Ziel von Flüchtlingen. Mitglieder der mexikanischen Oberschicht, die vor den Aufständischen flohen und später als sie wieder die Kontrolle erlangt hatten, von Maya. Die Maya nahmen als Bauern großen Einfluss auf die Entwicklung des Landes.

 

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Widerstand der nichteuropäischen Bevölkerung gegen die britischen Kolonialherren größer. Soldaten, die in der britischen Armee während des ersten Weltkrieges dienten, wurden dort aufgrund ihrer Hautfarbe nur in Arbeitslagern eingesetzt, was die Unzufriedenheit weiter verstärkte. Die Zeit zwischen den Kriegen sowie der 2. Weltkrieg trugen zur Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation des Landes bei und das Verlangen nach Unabhängigkeit verstärkte sich. Die Unabhängigkeit Indiens 1947 steigerte das Bestreben, diese auch für das eigene Land zu bekommen. 1973 wurde British Honduras Belize.

 

Unabhängigkeit

 

Am 21. September 1981 erfolgte die Unabhängigkeit. Ein Problem stellte allerdings die Beziehungen zum Nachbarland Guatemala dar. Guatemala stellte Gebietsansprüche und nur der Verbleib britischer Truppen konnte eine militärische Auseinandersetzung vermeiden. 1992 erkannte Guatemala in einem Vertrag zwar die Unabhängigkeit Belizes an, aber die Ansprüche auf Gebiete im Westen des Landes wurden hierin nicht geregelt. Seit 2000 finden Verhandlungen der beiden Länder statt. Guatemala möchte einen Seezugang über Belize erhalten.

 

Die ersten Wahlen nach der Unabhängigkeit fanden 1984 statt. Klar überlegen war hier die United Democratic Party (UDP). Premierminister wurde Manuel Esquivel. Fünf Jahre später übernahm erneut Price das Amt des Regierungschefs, was er 1993 wiederum Esquivel und der UDP überlassen musste. Preissteigerungen und Entlassungen aus dem öffentlichen Dienst führten 1998 zum Wahlsieg der People’s United Party (PUP). Premierminister wurde Said W. Musa. Seine Wiederwahl erlang er durch Infrastrukturmaßnahmen sowie durch die Erschaffung von Wohnraum und Arbeitsplätzen. Das hatte jedoch eine Staatsverschuldung zur Folge, so dass sich die Regierung 2004 zu Sparmaßnahmen gezwungen sah.

 

Anfang 2005 kam es aufgrund der Situation des Staatshaushaltes und geplanter Steuererhöhungen zu Unruhen im Land.

Video: Belize At It's Best

Bilder - Slideshow (Wir danken Veit für die schönen Bilder) 





Hurricane Hattie
 
Hurricane Hattie war ein Kategorie-5-Hurricane, der im Jahr 1961 Mittelamerika getroffen hat. Er bildete sich über der Karibik und traf am 31. Oktober 1961 Belize - in weiterer Folge drehte er sich zurück und gelangte in den Golf von Mexiko. Hurricane Hattie ist einer der schlimmsten Hurrikans, der jemals Belize getroffen hat. Ca. 275 Menschen starben und große Teile von Belize wurden zerstört.
 
Als Folge von Hattie entschloss sich die Regierung, die schwer getroffene Hauptstadt Belize City an der Karibikküste zu verlassen und einen neuen Ort für eine Hauptstadt zu suchen. Daraus entstand die Retortenstadt Belmopan - ca. 80 Kilometer landeinwärts von Belize City. Aufgrund der ungünstigen Lage und dem extrem heißen und schwülen Klima hat die neue Hauptstadt jedoch bis heute erst rund 15.000 Einwohner.


Karte von Belize


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von Kaydee - veröffentlicht in: Belize
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