Musik

Montag, 23. märz 2009 1 23 /03 /2009 00:30
Salsa

Die Salsa verbindet afrikanisch-karibische und europäische Tanzstile. Die Ursprünge entstammen der englischen Contredanse, was ein älterer Begriff des Country Dance ist, aus dem 17. Jahrhundert. Das Paar steht sich wie in anderen Gesellschaftstänzen gegenüber und nimmt die herkömmliche Haltung ein, bei der die Frau ihre linke Hand auf die Schulter des Mannes legt, dieser mit der rechten Hand ihre Hüfte umfasst und die freien Hände sich in der Luft treffen. Die Contredanse war urspünglich ein Gruppentanz, die meisten Figuren dieses Tanzstiles umfassten zwei 4/4 Takte. Wie auch im Square Dance gab es einen Caller, der den Paaren die kommende Tanzfigur zurief. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der im Dánzon zum Paartanz.
Die Kolonialmächte Frankreich und England brachten ihre Tänze in die Karibik und im Falle der Salsa spielt die Insel Hispaniola eine besondere Rolle. Hispaniola war teilte sich ab dem 18. Jahrhundert in zwei Teile: Saint Dominique Francés, das heutige Haiti und Santo Domingo Espanol, die heutige Dominikanische Republik. Nach dem Aufstand gegen die französische Kolonialmacht 1791 flohen die Plantagenbesitzer mit ihren Sklaven auf die Nachbarinsel Kuba und natürlich nahmen sie ihre Bräuche, Tänze und Musik mit. Afrikanische Tanz- und Trommeltraditionen vermischten sich mit der Gitarrenmusik der spanischen Bauern.
Die spanischen Kolonialherren hielten sich selbst für Missionare und versuchten die Kultur und Religion ihrer Sklaven zu unterdrücken. Die französischen Sklaven hingegen konnten sich viele Traditionen bewahren. Solche Traditionen kamen oft bei Festlichkeiten zum Tragen. Die Musik wurde zu einem Gemeinschaftsereignis, an dem verschiedene Kulturgruppen teilnahmen. Einige Trommler spielten einen sich immer wiederholenden Rhythmus, während andere ihre ganz eigenen Rhythmen untermischten. Um einem Trommelchaos zu entgehen, spielte ein Vortrommler die so genannte Clave – also einen Grundrhythmus an den sich alle anderen mitspielenden Musiker hielten. Teilnehmende Nichtmusiker hielten sich an das Stampfen mit den Füßen und das Klatschen mit den Händen und wer auch das nicht wollte, bewegte Schultern, Oberkörper, Hüften usw. Diese Trommel- und Bewegungselemente fanden Einzug in den Gesellschaftstanz, wurden jedoch von der Oberschicht Kubas missbilligt. Zuviel afrikanische Bewegungen galten als „niedere Tanzform“ der unteren Klassen. Der Danzón hat sich bis in die Gegenwart erfolgreich dagegen gewehrt. Im kubanischen Son unterscheidet man zwischen dem eleganten „Urbano“, wo der Mann stehen bleibt und die Frau um sich herumführt, und dem ländlichen „Montuno“ mit viel Arm- und Oberkörperbewegung.
Der Tanz übernahm die Funktion zur Eroberung von Frauen. Bekannte Tänze hierfür sind der kubanische Guaguancó und die kolumbianische Cumbia. Es sind Werbetänze und somit kommt auch die Erotik ins Spiel. Man präsentiert sich im Tanz, oft mit einer großen Selbstdarstellung des Mannes. Diese Sinnlichkeit im Tanz ist aber auf keinen Fall die Genehmigung für das aufs Tuchfühlengehens. Auf dem Festland wird Salsa fast ausschließlich offen getanzt. Der Mann führt die Frau meist nur mit einer Hand. Während der Drehungen umkreist er die Frau, was der Salsa den runden tänzerischen Charakter verleiht.

New York Style

Der New York Style ist eine Symbiose aus kubanischem und puertoricanischem Tanz, hierzu gehört unbedingt der „Urbano“ in Havanna. Er ist geradlinig und beinhaltet leichte Showfiguren, z. B. Fallfiguren. In den Clubs tanzt man den New York Style „auf 1“, jedoch professionelle Tänzer ziehen die „auf 2“ Variante vor.

Mambo Style

Eddie Torres präsentierte 1987 eine weitere Variante. Er ist ein Tanzlehrer und Choreograph puertoricanischer Abstammung und ein selbsternannter Mambo-König. Er betonte immer wieder, dass die Salsa ihren eigentlichen Ursprung im Mambo hat und man den Grundschritt mit einem Ausfallschritt auf dem zweiten und auf dem sechsten Schlag beginnt. Dieser Tanzstil wurde auch Salsa Mambo Style genannt. Die Faszination ist das neue Rhythmusgefühl während des Tanzens. Torres selbst nannte seinen Stil Salsa Nightclub Style.

Puerto Rican Style

Der Puerto Rican Style entspricht dem Grundschritt und den Tanzfiguren des New York Styles, wird jedoch offener getanzt. Er hat ausgefeilte Schrittkombinationen in den sich die Tanzpartner präsentieren. Er ist weniger punktsymmetrisch und braucht viel Platz.

Los Angeles Style

Der Los Angeles Style entstand zwischen den Jahren 1995 und 2000 und kürzt sich L. A. Style ab. Sein Erfinder sind die Brüder Vazquez. Er enthält noch mehr choreografische Elemente und Showfiguren als der New York – Style und wird oft in Filmen, Wettbewerben und Turnieren vorgestellt. Er ist temperamentvoll und wird stets „auf 1“ getanzt.
Der Stil erfreut sich höchster Popularität unter Amateuren und wird häufig auf Partys getanzt. In Europa beziehen sich die meisten Tanzschulen auf diesen Stil. Vertreter dieses Stiles sind Eddie und Al Espinoza, Alex da Silva, Josie Neglia und Melissa Fernandez.

Cuban Style

Der Cuban Style wird kreisend getanzt und unterscheidet sich daher von den vorgenannten Stilen. Viele Figuren des Stils können aber auch im einfachen Paartanz übernommen werden. Die dominante Führung des Mannes und Wickelfiguren bestimmen den Tanz. Der Cuban Style, auch „Casino“ oder „De la calle“ genannt, wird ursprünglich „auf 2“ (Son) und „auf 3“ (Salsa), in westlichen Regionen aber eher „auf 1“ getanzt.

Cumbia Style

Diesen Stil bezeichnet man auch als Latino Style oder Colombian Style. Er basiert auf der kolumbianischen Cumbia und unterscheidet sich von den anderen Stilen. Die offene Tanzhaltung, das Führen mit einer Hand sowie das kreisförmige Tanzen der Partner sind charakteristisch.
In Lateinamerika ist dieser Stil der meist verbreitetste Salsa-Tanzstil. Bei den Weltmeisterschaften der World Salsa Federation nimmt dieser Stil seit 2003 seine eigene Kategorie ein.

Rueda de Casino

Neben allen anderen Stilen gibt es noch die Rueda (span. Rad), ein Kreistanz. Hier finden sich mehrere Paare in einer Formation zusammen und tanzen zu den Anweisungen eines Sängers, der Cantante genannt wird, synchron miteinander. Spaßelemente, sexuell anzügliche Figuren, Tanzpartnerwechsel und laute Ausrufe haben diesen Stil populär gemacht. Auch die Rueda de Casino unterscheidet sich in „Cuban Style“ und „New York Style“ und führt bei unterschiedlichen Kommandos zu großen Verwirrungen. International setzt sich daher zunehmend der „Miami Style“ durch, der die verschiedenen Kommandos und Tanzfiguren vereinigt.

Cali Style, Salsa Celena, Cali Colomiana

Ganz dem Namen nach kommt dieser Stil aus Cali. Cali liegt in Kolumbien und ist bekannt als die Hauptstadt des Salsas. Der Stil ist durch seine schnelle Bein- und Hüftbewegung erkennbar. Diese schnellen Beinbewegungen machen das Erlernen dieses Stiles sehr schwer. Tänzer die diesen Stil in Perfektion beherrschen, gehören zu den besten Salsa-Tänzern überhaupt. Die klassischen Figuren sind wenig für diese Form der Salsa geeignet, was jedoch kongruent ist, sind die Basic-Figuren. Akrobatische Einlagen finden sich in dieser Form.
Da es bei diesen schnellen Fußbewegungen sehr schwer ist eine/n geeignete/n Parter/in zu finden, wird diese Form oft für Soloauftritte verwendet. In Europa ist die Salsa Celena weniger bekannt.

Salsa – Tools

Tap

Tap bezeichnet einen Schritt beim Tanzen, bei dem der Fuß unbelastet aufgesetzt wird. Manche Salsa Tänzer tappen auf den vierten Schlag eines Taktes, der normaler Weise eine Pause ist. Dieser Tap gehört aber hauptsächlich in den Cuban Style.

Shine, Pasos und Brincos

Shines (engl. glänzen, polieren), auch pasos (span. Schritte) genannt, bezeichnen die Schrittkombination in der Salsa, die ohne Partner getanzt werden. Auf dem lateinamerikanischen Festland werden oft kleine Sprünge eingeflochten, die so genannten Brincos (span. Sprünge).
Sie dienen der Selbstdarstellung der Partner und sind sowohl verspielte Improvisationen wie auch kunstvoll choreographierte Fußtechniken. Sie dienen oft dem Aufwärmtraining und bilden die Grundlage der Salsa Aerobic.

von Kaydee - veröffentlicht in: Musik
Kommentar hinzufügen - Kommentare () - empfehlen

Belize

Deutschland

Translate

Kalender

März 2010
M D M D F S S
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 31        
<< < > >>

Freunde

Feeds

  • RSS feed of articles
Kontakt - Nutzungsbedingungen - Missbrauch melden - Articles les plus commentés